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Zucht vs. Vermehrung - Ein Artikel von Marian Bungeroth

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    • Zucht vs. Vermehrung - Ein Artikel von Marian Bungeroth

      Vorwort:


      Immer wieder wird weltweit auf unterschiedlichen Diskussionsoberflächen über die Zucht & Vermehrung von Zwerggarnelen diskutiert.
      Hierbei kommt es teilweise zu starken Konfrontationen zwischen Privatleuten und Gewerblichen.
      Für den Einen steht die individuelle züchterische Leistung an erster Stelle, für den Anderen hat der Profit aus dem Verkauf der Zwerggarnelen höchste Priorität.

      Aufgrund dieser verschiedenen Interessenfelder sind hier Probleme beim sachlichen Diskutieren beider Parteien untereinander oftmals schon vorprogrammiert.
      Im Vordergrund dieser Diskussionen steht meistens die unterschiedliche Auffassung über die Zucht, Vermehrung & Verkauf von Zwerggarnelen.

      Oftmals liegt diesen öffentlichen Diskussionen zugrunde, dass es einen Unterschied macht, sich als Züchter oder Vermehrer zu bezeichnen.
      Woher weiß man, welchen Preis man für eigene Nachzuchten aufrufen kann? Sollte man eigenen Nachzuchten einen individuellen Zuchtlinien-Namen geben können?


      Zucht:


      Herkunft & Bedeutung


      Zucht stammt vom altdeutschen Wort "zuhtan" ab und findet übersetzt seine Bedeutung als Erzieher oder Lehrer wieder.

      Beschreibung


      Bei der Zucht von Tieren handelt es sich um eine vom Züchter kontrollierte Fortpflanzung bestimmter Individuen mit dem Hintergrund,
      preferierte genetische Merkmale zu filtrieren. Hier liegt es im eigenen Ermessen des jeweiligen Zwerggarnelenzüchters,
      welche Merkmale das bei seinen Garnelen sind und welchen Weg er dafür wählt.

      Auf dem Weg zum Zuchtziel werden bestimmte Merkmale stärker preferiert und versucht hervorzuheben und andere, nicht gewollte Merkmale hingegen, unterdrückt.
      Hierfür ist eine stark konzentrierte Selektion der Tiere des Stammes erforderlich.

      Auch das gezielte Einkreuzen von fremden Genen und die damit verbundene genetische Modifikation können von Nöten sein, das eigene Zuchtziel zu erreichen.
      Die hierbei entstehenden Mutationen bieten dann parallel die Möglichkeit, an Neuzüchtungen zu gelangen.


      In der Biologie gibt es drei für uns Garnelenhalter interessante Zuchtstrategien:


      1. Reinzucht

      2. Verdrängungskreuzung
      3. Rotationskreuzung

      Reinzucht:


      Unter Reinzucht versteht man die Verpaarung von Tieren einer Art, hierbei enstehen sogenannte Reinzuchtpopulationen.
      Ein Beispiel hierfür wäre die Verpaarung von Crystal Red x Crystal Red, die Nachkommen bilden dann die Reinzuchtpopulation des Crystal Red Stammes.

      Auch bei der Reinzucht wird zum Artenerhalt auf artentypische Merkmale selektiert,
      aufgrund der schnellen Populationszyklen bei Zwerggarnelen kann zur Blutauffrischung auch in einer späteren Generation unter Umständen mit Tieren aus der Startpopulation gekreuzt werden.

      Hierbei wird durch das Rückkreuzen der Parentalgeneration oder auch Startgeneration genetische Stabilität erzeugt.


      Verdrängungskreuzung:


      Bei dieser Zuchtstrategie verfolgt der Züchter das Ziel, ein bestimmtes Merkmal dem Genpool der Startpopulation hinzuzufügen und ein nicht erwünschtes Merkmal hierbei zu verdrängen.
      Ein Beispiel dafür wäre der momentan anhaltene Trend der Tigerbienen,
      denn hier versucht man die Farbzeichnungen der Bienengarnele aufzuspalten um somit neue Farbvariationen durch Tigermusterungen zu erschaffen.

      Diese Zuchtstrategie erfordert jedoch einen hohen Grad an genetischem Fachwissen und vor allem Geduld des Züchters,
      denn ab welcher Generation das Ziel erreicht ist, ist lange Zeit ungewiss.

      Auch bei dieser Strategie wird streng auf das persönliche Zuchtziel hin selektiert.
      Ein Praxisbeispiel hierfür wäre zum Beispiel das Zuchtziel "Fancy Tigerbee",
      hier wird vorab im Idealfall eine bestimmte Farbkombination und Musterkombination dem Züchten vorrausgesetzt.
      Durch die Einkreuzung von Tigergarnelen in einen Bienengarnelenstamm werden die Bienengene modifiziert und lassen in den nachfolgenden Generationen "wundertütenartige" Musterungen entstehen.
      Innerhalb dieser Generationen muss der Züchter stark selektieren und mit den dann ausgewählten Tieren den weiteren Weg zum Zuchtziel beschreiten.
      Auf diesem Weg wird die Bienengarnelenmusterungen verdrängt und dem Genpool Zeichnungen der Tigergarnelen hinzugefügt.


      Rotationskreuzung:


      Eine ebenfalls beliebte Kreuzungsstrategie in Deutschland ist die Rotationskreuzung. Wie der Name schon sagt,
      finden bei den Kreuzungen bestimmte Rotationenreihenfolgen beim Verpaaren der Tiere statt.

      Ein Beispiel hierfür wäre, dass dem Züchter vier Garnelenarten zur Verfügung stehen,
      diese sich untereinander alle kreuzen können und jede Art ein Merkmal besitzt, welches einem Teil des Zuchtziels entsprechen würde.


      Garnele A / Garnele B / Garnele C / Garnele D


      Nun wird vom Züchter eine Rotationsreihenfolge festgelegt, welche vorgibt, welche Arten miteinander wie verpaart werden.


      1.Schritt : Garnele A x Garnele B = Garnele AB

      2.Schritt: Garnele AB x Garnele C = Garnele ABC
      3. Schritt: Garnele ABC x Garnele D
      4. Schritt : Garnele ABCD x Garnele A
      usw.
      Ein Praxisbeispiel dieser Zuchtstrategie ist unter anderem auch das Erzeugen von Taiwan Bees aus Mischlingstieren,
      hierbei wird in der ersten Generation die Reihenfolge Bienengarnele x Taiwan Bee gewählt,
      um in der daraus entstehenden F1 Generation phänotypisch Bienengarnele dann mit einer Verpaarung dieser Tiere untereinander wieder die Taiwan Bee im Nachwuchs zu erzeugen.

      Somit sind für dieses Zuchtziel also 2 Schritte erforderlich, um an das gewünschte Ziel "Taiwan Bee" zu gelangen.


      Anders ist die Verpaarung von bereits mischerbigen Zwerggarnelen, da ist eine strenge Selektion der Hybridnachkommen erforderlich,
      gerade bei unseren Zwerggarnelen können innerhalb der Nachkommen von Hybriden einer Kreuzung phänotypisch starke Abweichungen vorkommen,
      wovon nur wenige auf dem Weg zum Ziel weiterhelfen würden.

      Nicht jeder Zwerggarnelen-Halter kann von sich behaupten, diese Strategien gezielt anzuwenden, bzw. die Fortpflanzung der Tiere so kontrolliert anzugehen.
      Hier nämlich gibt es den ersten und auch wohl entscheidensten Schnitt, der gemacht werden muss, um wissen zu können,
      ob man selber nun ein Züchter oder eben ein Vermehrer seiner Zwerggarnelen ist.

      Des weiteren dürfte einem der eigenen Zucht von Zwerggarnelen erst dann Legetimität zugesprochen werden, wenn man seine Zuchtziele im Vorraus bekanntgegeben hat/hätte,
      oder das erreichte Ergebnis sich so unfälschlich von anderen, bereits erreichten Ergebnissen anderer, unterscheidet, dass der eigene züchterische Erfolg offensichtlich ist.

      Hierbei gibt es viele unterschiedliche Versionen bzw. Auffassungen der eigenen Zuchtbeschreibung, was dazu führt,
      dass viele eigene Zuchterfolge nur schwer erkennbar oder überhaupt wertgeschätzt werden können.


      Die Zuchtqualität hat in Deutschland bisher noch keinen wirklichen Stellenwert gefunden.
      Erst seit Mitte 2012 kam vermehrt die Nachfrage an genetisch reinen Tieren aus Asien zustande,
      da die Zwerggarnelenzucht in Deutschland zur Massenhaltung / Massenerzeugung tendierte und somit mehr Quantität als Qualität vorhanden war.

      Qualität ist das nächste Schlüsselwort, denn was genau macht für uns die Qualität einer Zwerggarnele aus?
      Sind es die Farbmuster, die Farbabgrenzungen, die Farbintensität, die Farbdichte, die Größe oder die Vitalität und Fertilität des Tieres? Die meisten würden jetzt wohl behaupten,
      all diese Punkte machen die Qualität eines Tieres aus, doch warum gibt es dann gerade bei den Grades diverser Zuchtvarianten einheitliche Preise?
      Heutzutage kostet z.B. eine Taiwan Panda Bee mit einer sauber gezeichneten Schwarz-Weiss-Bänderung das gleiche wie eine, mit einer unsauberen Zeichnung.
      Es ist also realistisch gesehen möglich, dass ich als Kunde ein Tier bestelle oder kaufe, welches letzendlich dem eigentlichen Idealbild dieser Garnele, wenn überhaupt, nur noch ähnelt.

      Ohne einem Zuchtstandart oder einer bestimmten Erwartungshaltung an die Qualität der Tiere wird dieses Phänomen zukünftig beängstigend schlimmer werden!
      "Geiz ist geil" regiert die Haltung von Zwerggarnelen in Deutschland und das ist unserer Meinung nach der falsche Weg! Ohne Frage muss es auch billige und einfache Garnelen geben,
      die unabhängig von ihrer Qualität das Herz eines Garnelenfans höher schlagen lassen soll, doch wie in so vielen anderen Bereichen der Tierzucht dürfen nach oben keine Grenzen gesetzt sein.

      Warum wird einem Züchter/Vermehrer ein Vogel gezeigt, wenn dieser seine Nachzuchten, von denen ausschließlich nur sauber gezeichnete Tiere verkauft werden, für einen anderen Preis anbietet,
      wie der, der momentan auf dem Markt für quantitative Massenvermarktung herrscht.

      Mittlerweile gibt es jedoch auch in Deutschland vereinzelt Liebhaber von raren Zuchtqualitäten, was wir sehr begrüßen und hoffen somit, dass sich das Bewusstsein für Qualität weiter verbreitet.

      Es gibt also zwischen dem Züchten und Vermehren von Zwerggarnelen deutliche Unterschiede, welche demzufolge auch die Vermarktung schwer beeinflussen.
      An dieser Stelle sollte man eventuell auch über die Zuchtmentalität Europas im Gegensatz zu der, des asiatischen Raumes, schreiben, denn hier gibt es massive Unterschiede,
      die den Markt erheblich beeinträchtigen. Wie weiter oben in dem Artikel schon erwähnt, beherrscht die Massenvermehrung von Zwerggarnelen den europäischen Raum.
      Hier ist es besonders wichtig der Nachfrage mit dem Angebot nachzukommen, dabei muss unter Umständen die Qualität der Tiere der Quantität weichen.

      Mit Sicherheit gibt es auch im europäischen Raum qualitativ hochwertige Stämme, die züchterisch sehr gut betreut werden, trotzalledem sind die Hintergründe dessen, nicht dieselben wie in Asien.

      In Asien ist alleine die Kontaktaufnahme mit den Züchtern schon oftmals ein schwieriges Unterfangen, Asiaten legen sehr viel Wert auf den persönlichen Umgang mit ihren Kunden.

      Hierzu vielleicht einmal einen kleinen Exkurs in die Vergangenheit vor ca. 20 jahren in Deutschland. Damals beschäftigte sich mein Vater intensiv mit den Farbkarpfen Koi aus Japan.
      Schnell entsand aus der Vorliebe zu diesen Tieren und der ersten Teichanlage dann ein erfolgreicher Koigarden.

      Mit der Zeit wuchs das Interesse an höherwertigeren Koi per Direktimport aus Japan, also musste ein Ansprechpartner vor Ort gefunden werden.

      Nachdem dies meinem Vater gelungen war, wurde es erst richtig kompliziert, denn die Züchter vor Ort ließen ihrer kulturellen und religiösen Nächstenliebe zu diesen Tieren freien Lauf.

      Die Tiere stehen bei vielen japanischen Familien im direkten Zusammenhang mit dem Wohlstand und der gesundheitlichen Verfassung der Besitzer.
      Besaß die Familie viele Koi und vor allem wertvolle Koi, so gehörte diese Familie zu der gesellschaftlich höher angesehenen Schicht Japans.
      Ein möglicher Grund hierfür ist eventuell in der Entstehungsgeschichte Japans zu finden.

      Die Koi kommen, so sagt man, aus Ostasien, dem Schwarzen und Kaspischen Meer und aus dem Aralsee.
      Die ersten schriftlichen Hinweise von der Existenz der Koi kommen aus dem chinesischen Raum. Die Koi wurden, so vermutet man, nach Japan mit den dort einmarschierten Chinesen eingeführt,
      damals war dann aber nur der Kaiser von Japan dazu priviligiert, Koi zu halten und zu pflegen.

      Im Laufe der Zeit wurde dieses Privileg auf die "hohe Schicht" der Bevölkerung als Wohlstandszeichen verlegt und in vielen Generationen weitergetragen.


      Den Asiaten ist also die Haltung von Tieren alleine durch die Geschichte ihres Landes in die Wiege gelegt worden,
      was sich mit Sicherheit auch bei der Entstehung unserer Zwerggarnelen wiederspiegelt, denn auch dieser Trend findet seine Ursprungswurzeln im asiatischen Raum, speziell in Japan.

      Auch im Bezug auf die Zuchtmentalität findet man zwischen der Haltung der Koi und di, der Zwergarnelen in Asien viele Parallelitäten.
      Auf internationalen Diskussionsoberflächen wie z.B. Facebook oder das ShrimpNow Forum gibt es regelrechte Überschwemmungen hochqualitativer asiatischer Zuchtergebnisse.

      Aus mehreren Gesprächen mit asiatischen Züchtern durfte ich erfahren, wie diese mit ihren Stämmen arbeiten, um an das gewünschte Ziel zu gelangen.
      Hierbei wurde mir nahegelegt mit einem gewissen Grad an Diskretion über diese Strategien zu schreiben.
      Aus Respekt und Ehre werde ich diesem Wunsch nachkommen und nur über einen mir wichtigen Aspekt des züchterischen Erfolgs der Asiaten bei der Zucht von Zwerggarnelen berichten,
      der für uns Europäer sehr skuriel wirken mag.


      In Europa werden Tiere unterschiedlicher Qualität gekauft oder getauscht, mit dem Ziel, diese zu vermehren.
      Bei der Verfolgung eines Zuchtziels entstehen im Laufe der Generationen logischerweise Tiere,
      die dem Zuchtziel nicht ensprechen, das sogenannte Output, Tiere die nicht länger gebraucht werden.
      Oftmals werden diese Tiere dann abgegeben oder verkauft, in Asien hingegen wird das genetische Output größtenteils "vernichtet".
      Damit ist gemeint, dass diese Tiere entweder verfüttert oder getötet werden.

      Einer asiatischen Zuchtlinie wird vor Ort mit Respekt und Ehre entgegengekommen. Hierbei wollen die Züchter verhindern,
      dass aus dem genetischen Output evtl. wieder ihr Zuchtmerkmal in Nachfolgegenerationen zum Vorschein kommen kann.
      Ihrem Zuchtziel wird mit einem Liniennamen eine Art "Denkmal" gesetzt, welches unter gar keinen Umständen mit minderer Qualität in Verbindung gebracht werden darf.

      Nur ausgewählte Qualität ,versehen mit der Handschrift der/ des Züchter(s) verlässt die Becken.
      Hiermit lassen sich auch die otopischen Preise dieser Tiere erklären, man kauft unter Umständen also kein Tier von 10.000, sondern z.B. ein Tier von 500 Tieren,
      die es weltweit aus dieser Linie nur gibt. Mittlerweile dürfte der Qualitätsstandart der asiatischen Zuchtlinen so hoch sein,
      dass der weltweite Export solcher Tiere mit hohen Stückzahlen möglich ist.


      Auch in Europa hört man öfters von solchen Zuchtverbänden oder Gruppierungen von Züchtern,
      die einem eigenen "Zucht Standart" nacheifern oder japanische Linien weiter perfektionieren wollen.
      Auf diesem Weg schleicht sich jedoch wieder die europäische Zuchtmentalität ein, die diesem Ziel Steine in den Weg legt.

      Aus aktuellem Anlass würde ich hier gerne die Red Bee Beni Bachi Linie heranziehen wollen. Was konnte man bei der Vermarktung dieses Namens beobachten?
      Red Bees, kein neues Kapitel für uns Europäer, aber Red Bees mit einem brilliantem Weiß und einem noch viel schönerem Rot und durchgefärbten Beinen,
      das erweckte großes Interesse in Uns. Plötzlich waren unsere, aus Massenvermehrung entstandenen Red Bees out, als man sah, was aus den Tieren züchterisch herauszuholen ist.

      Was folgte? Ein rapider Preisverfall schlug in der Szene ein, Tiere, die vorher 40-60 € gekostet haben, kosten plötzlich nichteinmal mehr ein Drittel des eigentlichen Preises.
      Der Einkauf von Tieren der Beni Bachi Linie und der Verkauf dessen Nachzuchten entwickelte sich zu einem lukrativen Geschäft.
      Das Interessen und Verlangen nach Tieren solcher Qualitätsstufen wuchs proportinal an, die Nachfrage ist groß.

      Aus Erzählungen und Erfahrungen erfuhr ich, dass die angebotene Qualtät solcher Nachzuchten mit der Zeit rapide nachlässt und dem Züchter/Vermehrer somit weitere Selektionskünste abverlangt.
      Völlig wertfrei darf nun über die Nachkommen solcher High Grade Stämme diskutiert werden, plötzlich tauchen hochgradige Stämme mit neuen Namen auf,
      dessen Preise für uns Europäer an alte Zeiten erinnern lassen. Immer wieder wird diesen Züchtern/ Vermehrern vorgeworfen nicht selber der Herr der Geschehnisse gewesen zu sein.

      Es sollte jedem Züchter absolut wertfrei selber überlassen sein, wann und ob er seine Zuchtprojekte präsentiert,
      der Wettbewerb und das Messen untereinander auf Championaten bietet eine hervorragende Möglichkeit, zu erkennen, wie weit man von seinem Zuchtziel noch entfernt ist oder ob dieses schon erreicht ist.

      Auch Garnelenhalter mit nur wenigen Becken können durchaus züchterisch sehr erfolgreich sein, wenn das Ziel vor Augen gehalten wird und dementsprechend dafür gearbeitet wird!
      Es sollte das gemeinsame Ziel sein, nicht immer asiatischen Trends hinterher eifern zu müssen, sondern auf eigenen Wegen gemeinsam das Bewusstsein für Qualität zu erwecken und daraus etwas zu machen.


      Weiterlesen...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von gk-admin ()

    • Hallo Marian,

      Sehr lesenswerter Artikel. Gerade im Bezug auf die Qualität der Tiere.

      Du bist in Deinem Artikel sehr schön auf die kulturellen Hintergründe für Koizucht eingegangen und dass diese ähnlich übertragbar ist auf unsere Zwerggarnelen. Und aus diesem Hintergrund ergibt sich für mich teilweise ein etwas anderes Bild. Während Du die Haltung hierzulande ansatzweise als "Geiz ist Geil" bezeichnest, sehe ich das deutlicher vor dem Hintergrund der Tiere als Statussymbol. In Japan werden horrende Preise für diese Statussymbole bezahlt. Da ist es leicht möglich, Tiere richtig auszuselektieren (verfüttern etc.). Diese Preise sind hier aufgrund des fehlenden Status schlicht nicht möglich. Das sollte jedem Züchter auch ganz klar bewusst sein.
      Also werden ausselektierte Tiere hier auch verkauft. Das finde ich im Grundsatz auch völlig ok. Das Hauptproblem liegt hierzulande darin, dass die Tiere nicht als ausselektiert gekennzeichnet werden. Der Name ist immer noch wichtiger, als die Qualität der Tiere.
      Dein Beispiel der Benibachi zeigt das ganz deutlich und nach erschreckend kurzer Zeit bereits. Mittlerweile werden im Auktionshaus Benibachi angeboten, bei denen das Rot nicht mehr flächig deckend ist. So macht man den Namen kaputt. Warum verkauft man diese Tiere nicht namenlos? Sie werden nicht mehr den Preis erzielen, den sie mit dem Zusatz "Benibachi" erreichen. Aber dennoch einen ansprechenden Preis, da die Qualität immer noch recht gut ist. Im Gegenzug wird aber der Name Benibachi geschützt und vor einem Qualitätsverlust geschützt, was letztlich die Preise für "richtige" Benibachi auf einem hohen Niveau hält.

      Die Züchter sind gefragt, weiter/wieder verstärkt auf Qualität zu achten und ausselektierten Tieren nicht mehr zwanghaft ein Qualitätssiegel überzustülpen.
      Der Halter/Käufer ist gefragt, sich endlich von Namenszusätzen zu lösen und die Quälität der Tiere und Züchter wieder in den Fokus zu stellen.

      Wir müssen einen europäischen/deutschen Weg finden, mit dem Züchter und Halter gut leben können, ohne die Qualität ganz aus dem Auge zu verlieren.
      In Europa brauchen wir Tiere für kleines Geld (Anfänger, Leute mit weniger Geld usw.) und qualitativ hochwertige Tiere für die Verrückten, die sich entsprechende Schätzchen auch leisten können. Machbar ist das bestimmt...
      [SIZE=3][/SIZE][SIZE=3]Viele Grüße aus Koblenz,
      Kay
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      Gepriesen sei derjenige, der nichts zu sagen hat und davon absieht, das zu beweisen... - Georges Eliot