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Wechselwirkung Torfwasser und Soil

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    • Wechselwirkung Torfwasser und Soil

      Hallo zusammen,

      mal ne Frage an die Profis der Wasserchemie. Kann es sein, dass Osmosewasser das mit Torfgranulat angesäuert wurde in Soil Becken (ADA I) den PH anhebt ?

      Nutze beim Wasserwechsel reines Osmosewasser, das zuvor außerhalb des Beckens bei Belüftung mit Torfgranulat auf PH 6,5 angesäuert und mit einem Mineralpräparat welches die KH nicht anhebt auf den Beckenwert (180-200µS/cm) aufgehärtet wird.

      Dennoch beobachte ich, dass der PH jedes Mal ein bisschen steigt. Das Soil auch nach oben puffert weiß ich. Aber woher kommt der Anstieg ? Klar ist mir auch - wenn ich alles richtig verstanden habe - , dass mangels KH im Wechselwasser der Soil selbst nicht ansäuern kann, da es keine KH zum "aufbrechen" gibt.

      Kann da jemand helfen ?

      Mittelfristig suche ich eine sanfte Lösung, die mir hilft den PH ohne Schwankungen beim Wasserwechsel dauerhaft stabil zu halten. Das Becken ist, so wie ich es bis jetzt gemacht habe, über 4 Monate von 6,5 auf 6,8 hochgegangen und ich denke ich muss was ändern. Will den PH auf keinen Fall über 7 gehen lassen. Leitungswasserverschnitt kommt nicht in Frage. Ich weiß zwar nicht was drin ist aber meine Erfahrung hat gezeigt es ist nicht gut für Bees.

      Viele Grüße
      Oliver

      P.S. : Das ist das RedBee Becken über das ich hier schon berichtet habe und es läuft bislang sehr gut. Ich möchte gern dass das so bleibt ;)
    • Hi Sascha,

      welchen PH-Wert das Osmosewasser hat kann ich nicht sagen. Ich glaube auch nicht, dass das irgendjemand wirklich kann, obwohl es oft geschrieben wird. Keine PH-Sonde mißt bei 10-20 µS/cm genau. Die funktionieren alle erst ab 150-200µS. Aus Tests (ansäuern-aufhärten-messen) weiß ich, dass ich bei 10 Litern mit 150gr. Torfgranulat nach 48 Stunden PH 6,5 erreiche. Belüftet wird während der ganzen Zeit. Gelöstes CO2 kann also nicht mehr im Wasser sein.

      Viele Grüße
      Oliver
    • Okay, darauf wollte ich nämlich hinaus ob sich in dem Wasser eventuell noch gelöstes CO2 befindet.
      Belüftest du das Wasser erst und säuerst dann an oder machst du beides in einem Gefäß zur gleichen Zeit?

      Ich mache bei mir Beides auf einmal und ich bekomme den PH-Wert nun bis auf 4,5 stabil herunter.

      Was für Torf benutzt du? Torf für die Aquaristik oder für Pflanzenkulturen?

      Ich habe nun zwei Sorten Torf für die Aquaristik getestet. Bei dem Torfgranulat komme ich auch nicht weiter herunter wie max. PH 6.
      Mit den Pellets bekomme ich wie gesagt einen PH Wert von 4,5 in dem Aufbereitungsgefäß stabil hin.
    • Sascha G. schrieb:

      Belüftest du das Wasser erst und säuerst dann an oder machst du beides in einem Gefäß zur gleichen Zeit?

      ...beides in einem Gefäß zur gleichen Zeit. Osmosewasser, Torfbeutel rein, Sprudler an, 48h laufen lassen.

      Sascha G. schrieb:

      Was für Torf benutzt du? Torf für die Aquaristik oder für Pflanzenkulturen?

      Drak Schwarztorfgranulat

      Welche Pellets benutzt du denn ?

      Im Ergebnis würde mir im Zweifel aber - so vermute ich - auch der Einsatz eines anderen Torf nicht helfen.
      Dazu müsste ich erst klären, ob und welche Wechselwirkungen es zwischen Torfwasser und Soil (hier ADA I) gibt.

      Hatte auch schon mal daran gedacht ein anderes Aufhärtesalz zu verwenden. Eins, was etwas KH mitbringt und den Boden damit ein bisschen arbeiten und damit ansäuern lässt.

      Viele Grüße
      Oliver
    • Hallo Klicker,

      hab noch immer keine Lösung gefunden. Kram den Thread nochmal hoch, weil ich jetzt bei PH 7,0 angekommen bin ;( . Habe auch ein paar Tiere verloren. Weiß aber nicht, ob das der PH war. Die GH war auf 3 abgerutscht, könnte auch ein Häutungsproblem gewesen sein.

      Suche noch immer eine Möglichkeit den PH sanft ein bisschen runter zu bringen. Zumal jetzt ein Wasserwechsel ansteht und ich nicht wieder mit Torfwasser arbeiten will (siehe oben). Hab Schiss, dass der PH dann noch weiter hoch geht.

      Aktuell heute gemessen :

      PH : 7,0
      LW : 180
      KH : 0-1
      GH : 4
      NH4 : n.n
      NO2 : <0,025
      NO3 :10

      Hat jemand ne Idee ?

      Viele Grüße
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      ich nehme mal an, du hast einen dieser schwach-basischen Ionenaustauscher. Wasser aus einem solchen normalen Vollentsalzer mit schwach-basischem Anionenharz (diese werden üblicherweise verkauft, wenn man nicht explizit was anderes will) enthält erhebliche Mengen Kohlensäure. Diese Kohlensäure drückt natürlich vorübergehend den pH-Wert des Wassers. Wenn das CO2 durch Pflanzenaktivität oder einfaches Ausgasen an der Wasseroberfläche aber verbraucht ist, steigt ist der pH-Wert auch wieder an. Eine Halbierung der Karbonathärte senkt unter ansonsten gleichbleibenden Bedingungen den pH-Wert um 0,3 Punkte. Je nachdem, welche Ausgangswerte das Wasser hat, welches du durch die VE-Anlage schickst, hat das Ganze natürlich auch mal mehr, mal weniger Effekt.

      Wenn du dein Wasser sauer haben willst, wirst du nicht umhin kommen, es chemisch zu drücken. Das kann mit Torf/Eichenextrakt oder ganz banal mit HCl geschehen. Allein mit Vollentsalzung aber ist noch kein Wasser sauer geworden, und da ändert auch der aktive Bodengrund nichts. Der nimmt selektiv Härte weg, der senkt nicht (und erhöht auch nicht) den pH-Wert. Die Sprüche über die "Pufferung" des pH-wertes über Soil stimmen allesamt so nicht. Man müsste eher sagen: der Soil nimmt Mineralien bis zu einer bestimmten Konzentration aus dem Wasser, weswegen ein pH-Wertanstieg über und ein pH-Wertabfall unter einen bestimmten Wert X nicht möglich ist. Soweit ich weiß, setzt Soil keine zuvor gebundenen Mineralien wieder frei, wenn das Umgebungswasser eine niedrigere osmotische Dichte ausweist als das Soil selbst.

      Dein von dir festgestellter pH-Wert-Anstieg hat allein mit dem Ausgasen/Austreiben/Verbrauchen des CO2 im frisch zubereiteten VE-Wasser zu tun.
    • Hallo Erich,

      ich nutze eine Osmoseanlage, keinen Vollentsalzer. Wie geschrieben habe ich bisher das Osmosewasser dann außerhalb mit Torfgranulat angesäuert. Dabei lief im Anpassungsgefäß die ganze Zeit ein Sprudelstein mit, so dass ich CO2 im Wechselwasser ausschließen würde. Das Wechselwasser habe ich dann nach Ansäuerung mit Ebi Ishi Mineral Powder auf 200µS aufgehärtet und langsam ins Becken gegeben. Es hatte dann PH 6,5, etwa GH 4-5 und KH 0-1. Gewechselt wurden jeweils 10%. Nach jedem Wasserwechsel kam es zu einem leichten PH Anstieg, den ich mir bis heute nicht erklären kann. Das Becken ist so jedenfalls über ca. 5 Monate von PH 6,5 auf 7,0 hochgegangen.

      Die Sache mit den Säuren hatte ich jetzt als Lösung auch im Kopf. Kannst du was emfehlen ? Werde bei der Dosierung auch extrem vorsichtig sein müssen. Ein Puffer ist im Becken mangels KH nicht vorhanden. Hab noch keine Erfahrung damit.

      Viele Grüße
      Oliver
    • Hallo Oliver,

      ich verfolge ja schon einige Zeit Deine Posts und es tut mir leid, dass Du Dich immer noch mit Problemen herum schlagen musst. Ehrlich gesagt würde ich bei solch hoch komplexen und technisierten Vorgehen an die Wasserwerte so langsam die Lust verlieren, fürchte ich...

      Aus allem, was ich bisher gelesen habe, sind pH und WW-Schwankungen eigentlich das wirklich gefährliche für Bee. Sie sind durchaus in der Lage, sich über einen gewissen Zeitraum auch an andere WW zu gewöhnen, auch wenn die Nachwuchsraten im leicht sauren Bereich höher liegen dürften.

      Nach allem, was ich bisher gelesen und gesehen habe, gibt es ja quasi 2 Konzepte zur Bienenhalten:

      1). Ich nenn es mal Japan-Konzept:
      Viel aktiver Soil, Filterung mit teils mehreren Außenfiltern in Reihe, zusätzlich Luft-Bodenfilter-Kombi oder Diffusor, in Verbindung mit CO2, verdunstetes Wasser wird nur aufgefüllt (Nitrifikation läuft jedoch durch Bepflanzung und/oder Außenfilter gut)

      2). ich nenn es mal neuer deutscher Sonderweg:
      neutraler Bodengrund, Wasserwerte werden per Osmose oder Vollentsalzer eingestellt, Wasserwechsel und Filterung werden unterschiedlich gehandhabt

      Es gibt noch ein drittes Konzept, in Deutschland von Kurt Mack praktiziert, der die Becken ohne Bodengrund und penibel rein hält. Das ist aber dann keine Augenweide mehr, sondern ein Konzept, bei dem Zucht und Verkauf im Vordergrund stehen.

      Aus eigener (leidvoller) Erfahrung würde ich dazu tendieren, einfach auch mal die Finger aus dem Becken zu nehmen und nicht ständig in Sorge im Aquarium rum zu fummeln. Das macht oft mehr kaputt als dass es hilft.

      Zu Deinem pH Problem würde ich sagen, dass eine kontrollierte CO2 Zufuhr den pH einfach auf den gewünschten Wert einstellen kann. Ist einfacher, als mit Torf und anderen Dingen zu panschen.

      Viel Glück,
      Imke
    • Hallo Oliver,

      ich bereite mein Osmosewasser auch außerhalb der Garnelenbecken mit Torf auf und habe in einem Becken (ca. 50l) eine ganz dünne Schicht ADA (für die Optik).
      In diesem Becken steigt der pH-Wert immer wieder auf ca. 7 an. Auch wenn ich einen 50% Wasserwechsel mit einem pH-Wert von 5,5 mache. Ich hatte auch Ausfälle, aber das muss nicht mit dem pH-Wert zusammen hängen.
      Im Becken hatte ich einen kleinen Beutel mit Torfgranulat und 1/3 Schwarztorfsode. Das hat nur kurzfristig etwas gebracht, aber nach einer Zeit ist der pH-Wert wieder auf 7 gestiegen.
      Jetzt habe ich eine ganze Schwarztorfsode ins Becken getan und der Wert ist endlich auf 6,5 gesunken. Wenn er nicht auf 5,5-6 sinkt, werde ich noch mehr Torfprodukte verwenden.
      Ich weiß nicht was den Wert so puffert, aber eigentlich kann es nur der Soil sein, weil alle anderen Produkte (Zeolith im Filter) habe ich auch in den anderen Becken.

      Das Becken unterscheidet sich auch in der Filterung. Ich habe 2 Filtertöpfe in reihe und ein Filtertopf nach dem ersten Filtertopf mit Rücklauf vor den ersten Filtertopf geschaltet. Vor dem Ansaugschlauch habe ich einen 10x10x20 cm großen Schwamm. So viel Filtervolumen habe ich in keinem anderen Becken. Ich glaube nicht das es daran liegt und wenn ich jetzt deine Beiträge sehe erkenne ich eine Ähnlichkeit.

      In den anderen Becken (z.B. Gümmersand) habe ich meistens 1/3 Schwarztorfsode und wenn ich da die Wasserwechsel mit 5,5 mache und nicht regelmäßig messe, sinkt der Wert auch mal unter 5,5.

      Schöne Grüße
      Mirco
    • Hallo zusammen,

      erst mal danke dafür, dass ihr euch mit meinem "Problem" auseinandergesetzt habt :).

      @Imke : Du hast Recht, langsam wirds mir auch zuviel. Eine ganze Zeit lang lief das Becken ja auch hervorragend, einschließlich Nachwuchs der noch immer im Becken schwimmt. Ich dachte, jetzt hab ich einen Weg gefunden. Aufgeben werde ich aber nicht. Schon wegen der wunderschönen Tiere nicht. An denen hänge ich wirklich. Außerdem hab ich jetzt schon so viel gelernt und Erfahrungen gemacht, dass ich nicht einfach aufhören will. Irgendwann wird schon alles klappen 8) .
      Das Becken ist ja ein "Japan-Konzept-Becken". 10-12cm Soil, 2 Außenfilter in Reihe mit Einlass aus der freien Wassersäule, Bodenfilter mit Luftheber. CO2 ist allerdings nicht angeschlossen. Ich dachte immer das das zusammen mit Luftheber keinen Sinn macht, da das CO2 dann ohnehin wieder ausgetrieben wird. Ausprobiert habe ich es aber noch nicht. Ne Flasche mit Druckminderer und Nachtabschaltung hab ich noch rumstehen, Controller leider nicht. Vielleicht probiere ich das mal. Ich hatte gehofft, das sei nicht nötig, da der ADA I ja mit einen Pufferwert von 5,5 - 6,5 angegeben wird. Nun, das scheint bei mir anders zu sein.

      Ich frag mich immer wie die Japaner (oder besser Asiaten) das hinkriegen ?( Dort wird ja wie man hört auch oft ADA benutzt. Wann immer ich Fotos etc. von asiatischen Becken sehe, achte ich auch auf die Kleinigkeiten wie die angeschlossenen PH Messgeräte. Liegt immer zwischen 5,0 und 6,0. Zuletzt gesehen in deinem Blog in dem Youtube Fotoreport über Benibachi. Auch hier gibt es ja viele die auf ADA geringe PH Werte haben. Karin Latos z.B.. Auf Ihrer Homepage ist ein Video in dem ein ADA Becken gezeigt wird - PH 5,8 -. Und in dem Becken sprudeln die Luftheber das es nur so kracht. Ich hab gelesen, dass sie mit Regenwasser arbeitet. Ob das den Unterschied macht ?

      @Mirco : Hab mich gefreut zu lesen, dass ich wohl doch nicht der einzige bin, der auf ADA PH Werte von 7 hat. Das ist jetzt blöd ausgedrückt, weil du ja auch nicht damit zufrieden bist, aber ich hoffe du verstehst wie ich das meine. So unterschiedlich ist auch unser Filtersystem nicht. Hab auch zwei Außenfilter in Reihe, nur der Rücklauf fehlt und ich hab noch nen Bodenfilter drin. Interessant für mich ist auch, dass du es ja mit viel Torfeinsatz trotzdem geschafft hast den PH zu drücken. Vielleicht hab ich bislang nur zuwenig verwendet. Ist auch noch ein Lösungsansatz. Die Parallelen sind jedenfalls nicht zu übersehen.
      Hast du sonst noch etwas im Becken drin ? Blätter, Erlenzapfen oder so ?

      Ich werde jetzt jedenfalls jetzt erst mal überlegen und beobachten. Verluste hab ich ja im Moment zum Glück keine :) . Besser werden muss es aber schon noch 8) .

      Viele Grüße
      Oliver

      P.S.: @Imke : Als vor einiger Zeit dein Blog "off" war, war ich echt traurig. Umso mehr hab ich mich gefreut, als du ihn wiederbelebt hast. Ich kann mir wage vorstellen wieviel Arbeit und Mühe da drin steckt. Ist auch mein Lieblingsblog. Ich finde es toll, dass du das machst und bin sicher, dass ich da nicht der einzige bin. Kompliment und danke für die tolle Informationsquelle !
    • martian schrieb:

      CO2 ist allerdings nicht angeschlossen. Ich dachte immer das das zusammen mit Luftheber keinen Sinn macht, da das CO2 dann ohnehin wieder ausgetrieben wird.


      Richtig.

      Dabei lief im Anpassungsgefäß die ganze Zeit ein Sprudelstein mit, so dass ich CO2 im Wechselwasser ausschließen würde.


      Das ist ein Fehlschluß. Der Sprudelsteig treibt nur überschüssiges CO2 aus, bringt den CO2-Gehalt aber nicht auf Null. Durch den Sprudelstein stellt sich immer der Gleichgewichtswert (viel schneller als einfsach durch stehen lassen) ein: Partialdruck des CO2 in der Luft zu gelöstem CO2 im Wasser ist im Gleichgewichtszustand immer eine Konstante, welche aber auch Temperaturabhängig ist. Für 20°C und 1013hPa Luftdruck sind sind 0,5 mg/l CO2 im Wasser gelöst. Der Wert ist trotz der sehr guten Löslichkeit von CO2 in Wasser deshalb so gering, weil die Luft nur 0,033% CO2 enthält. Würde über den AQ keine Luft, sondern reines CO2 und der Sprudler auch CO2 sprudeln, so würden sich 1690 mg/l CO2 bei 20°C und 1 atm im Wasser lösen.
      Mit den Sprudelstein stellt man also einen definierten CO2-Gehalt im Wasser ein und somit auch einen definierten pH-Wert.
      Aber das CO2 reagiert auch mit dem Wasser zu Hydrogencarbonat. Durch die Mineralisation wird Hydrogenkarbonat verbraucht. Pflanzen nehmen viel CO2 auf, Garnelen atmen CO2 aus, durch die Mineralisation entsteht viel CO2. Es ist also ein ständiges kommen und gehen von CO2 und Hydrogenkarbonat.
      Es entstehen weitere Puffer wie Phosphat und Huminsäuren durch die Mineralisation. Die in deinem AQ aufgrund der fehlenden KH der Kalk-Kohlensäurepuffer nicht mehr der Hauptpuffer ist so wie in AQ mit KH >1, wirken sich jetzt die anderen Puffersysteme stärker auf den pH-Wert aus als mit Kalk-Kohlensäurepuffer. Durch den Torf drückst du den pH zwar durch den Huminsäurepuffer auf einen niedrigen Wert, aber ich wundere mich, warum du den Phosphatpuffer außer acht läßt (der Phosphatgehalt taucht bei deinen Messwerten nicht auf). Phosphat wird ja ebenfalls durch die Mineralisation gebildet und das Phosphat-Puffersystem (Konzentrationsverhältnis Dihydrogenphosphat zu Hydrogenphopsphat: pH 6-8 ) ist ebenfalls ein starker Puffer.

      Bringt dieser ADA-Bodengrund aktiv Huminsäuren zur pH-Senkung ins Wasser oder fängt er nur die KH weg? Im zweiten Fall wäre die unterschiedliche Beobachtung bzgl. des sich einstellenden pH-Wertes nämlich leicht erklärbar (s.o.: es hängt davon ab, welche anderen Puffersysteme noch im AQ wirken).
    • Hallo zusammen,

      danke für den Hinweis, dass Phosphat ein Puffer ist. Gibt es darüber Berichte und Erklärungen die leicht zu verstehen sind. Für wissenschaftliche Berichte fehlt mir leider noch das Grundwissen. Langfristig versuche ich die Lücken zu schließen, aber dafür muss man die Wissenslücken erstmal kennen. Da ADA Nährstoffe an das Wasser abgibt, könnte auch Phosphat dabei sein. Wie wirkt sich ein höherer Phosphatwert auf den pH-Wert aus?

      In meinen Becken sind nur sehr selten Laub und Erlenzapfen. Ich füttere lieber gezielt, dann sieht man sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist.
      Der pH-Wert schwankt derzeit zwischen 6,2 und 6,3. Ich denke ich bekomme ihn jetzt runter.

      Folgende Frage gehört zwar nicht direkt zum Thema, aber vielleicht kann sie mir hier jemand beantworten:
      An Schwarztorfsoden ist teilweise ein bisschen Stroh dran, weil der Torf auf dem Stroh getrocknet wird. Bei einem Schwarztorfsoden Stück habe ich das Stroh nicht entfernt und habe Probleme im Becken bekommen.
      Kann es sein, dass sich durch das Stroh besonders viele Bakterien gebildet haben (wie bei einem Heuaufguss) und die zu Problemen führen?

      Schöne Grüße
      Mirco
    • Mirco schrieb:


      danke für den Hinweis, dass Phosphat ein Puffer ist. Gibt es darüber Berichte und Erklärungen die leicht zu verstehen sind. Für wissenschaftliche Berichte fehlt mir leider noch das Grundwissen.


      Hm. leicht zu verstehen sind diese Dinge für Nichtchemiker sicherlich nicht, aber ich habe auf meiner Webseite das mal versucht. Schau mal in mein Profil.
      In der Chemie gibt es ein Grundgesetz, welches sich "Massenwirkungsgesetz" (MWG) nennt (auf meiner HP unter "Chemie --> Grundlagen"). Dieses gilt für alle Gleichgewichtsreaktionen und das sind fast alle, die für uns in der Aquaristik relevant sind. Wenn wir den CO2-Gehalt aus KH und pH berechnen, so wenden wir das MWG praktisch an. Auch der pH-Wert erklärt sich daraus.
      Puffer habe ich dort noch nicht beschrieben, aber auch diese lassen sich damit berechnen bzw. gezielt handeln, wenn man den pH-Wert beeinflussen will.
      Grundsätzlich gilt: Alle schwachen Säuren oder schwachen Basen sind Puffer (starke Säuren wie Salzsäure haben aber keinerlei Pufferwirkung), sie stehen mit ihren Salzen im Gleichgewicht (diese Gleichgewichtskonstanten sind tabelliert) und aus den Konzentrationsverhältnis Salz zu Säure oder Base ergibt sich der pH-Wert. Vollständig gezielt anwenden können wir in der Aquaristik das aber nur beim Kalk-Kohlensäurepuffer, weil wir nur hier gezielt sowohl die Konzentration der Säure (CO2, reagiert ja in Wasser in geringem Anteil zu "Kohlensäure") als auch die Konzentration des Salzes (Hydrogenkarbonat als KH) messen können. Bei den meist in der Aquaristik vorhandenen KH-Werten >5 ist das auch ausreichend, dann dann dominiert der Kalk-Kohlensäurepuffer alle anderen Puffer im AQ sehr stark. Deshalb muß man die KH auch entfernen, wenn man pH-Werte unter 6 drücken will.

      Da ADA Nährstoffe an das Wasser abgibt, könnte auch Phosphat dabei sein. Wie wirkt sich ein höherer Phosphatwert auf den pH-Wert aus?


      Der pH-Wert wird nach oben gedrückt.
      Mit dem Torf hast du aber noch ein weiteres Puffersystem im AQ, welches durch die von Torf abgegebenen Huminsäuren (ebenfalls schwache Säuren) den pH-Wert mehr oder weniger auf einen niedrigen pH-Wert einstellt. Je nach Torfsorte zwichen 4,5 und 6,5 (der Begriff "Huminsäuren" ist keine einzelne Säure, sondern eine Stoffklasse, d.h. je nachdem welche Huminsäuren im Torf enthalten sind, wird der pH mehr oder weniger auf einen niedrigen Wert gepuffert. Im Gegensatz zum Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht kann man aber beim Phosphat das Dihydrogenphosphat und das Hydrogenphosphat und auch nicht das Phosphat getrennt messen und somit ist das Konzentrationsverhältnis auch nicht bestimmbar. Der Phosphat-Test mißt nur den Gesamtphosphatgehalt. Aber Phosphat ist wegen seiner Algenwuchsförderung ja sowieso unerwünscht im AQ, d.h. den Wert sollte man sehr niedrig halten. Pflanzen benötigen zwar Phosphat als Dünger, aber nur in geringen Mengen, welche die Mineralisation des Futters meistens in ausreichender Menge liefert.
      Humin- und Gerbsäuren lassen sich überhaupt nicht mit aquaristischen Methoden messen. Hier läuft es also immer auf ein "ausprobieren" hinaus (also die richtige Torfsorte austesten).

      In meinen Becken sind nur sehr selten Laub und Erlenzapfen. Ich füttere lieber gezielt, dann sieht man sofort, dass etwas nicht in Ordnung ist.


      Lauf und Erlenzapfen als Futter ist ja nur ein angenehmer Nebeneffekt im Garnelen-AQ. In erster Linie dienen sie dazu, den pH-Wert und die Keimdichte mittels der abgegebenen Huminsäuren und Gerbsäuren zu senken.

      Der pH-Wert schwankt derzeit zwischen 6,2 und 6,3.


      Das nennst du "schwanken"? Ich würde das eher "konstant" nennen. :D
      Hast du den pH-Wert denn auch immer um die gleiche Tageszeit gemessen? Tageszeitliche Schwankungen sind normal und hängen mit den täglichen Schwankungen des CO2-Gehaltes zu sammen. Messkurven dieser Schwankungen findest du auch auf meiner HP unter "Pflege --> Messungen --> Folien der Messungen", welche ich mal für einen Vortrag gemacht hatte.

      Kann es sein, dass sich durch das Stroh besonders viele Bakterien gebildet haben (wie bei einem Heuaufguss) und die zu Problemen führen?


      Ein eindeutiges Ja. Es hängt aber auch entscheidend davon ab, wieviel Stroh da mit ins AQ kommt. Ein kleines Stückchen in einem großen, gut eingefahrenen AQ "schluckt" so ein AQ problemlos ohne sichtbare Nebenwirkungen (außer lecker Zusatzfutter "mit Fleischeinlage" in Form von Infusorien). Eine Handvoll Stroh in einem Mini-Garnelenbecken oder in einem mittleren neu eingerichteten Becken kann das Wasser aber in Gülle verwandeln.
    • Hallo,
      erstmal vielen Dank für die Erklärung.
      Habe noch nicht alles verstanden was du geschrieben hast, aber es erklärt sich langsam einiges.

      pH- Schwankungen:
      Der pH-Wert schwankt (bzw. schwankt nicht) zwischen morgens knapp 6,2 und abends gut 6,3. Damit wollte ich auch nur darauf hinweisen, dass kleine Schwankungen völlig normal sind.

      Wechselwirkung ADA mit Torf:
      Da Phosphat den pH-Wert anhebt gehe ich davon aus, dass meine Probleme den pH-Wert zu senken wegen dem Phosphat entstanden sind. Das könnte auch das Problem von Martin sein.

      Phosphat -> Algen:
      Ich habe ein paar Becken ohne Pflanzen. Anfangs war es ein Becken in dem alle Pflanzen (Nixkraut) gestorben sind. Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar. Dieses Becken ist mein derzeit am besten laufendes Becken. Bis auf die Forderscheibe (ich reinige sie regelmäßig) sind alle Scheiben total grün. Inzwischen habe ich ein bisschen Gümmersand in andere Becken getan und sie laufen ähnlich. Kann man den Phosphatwert ohne spezielle Filter oder Wasserwechsel senken?

      Stroh:
      Es ist insgesamt vielleicht ein 30-50cm langer Strohhalm in einem 48l Becken. Da das Becken noch nicht gut eingefahren war, gehe ich weiterhin davon aus das die immernoch auftretenden Häutungsprobleme damit zusammen hängen. Nach Zahlreichen Wasserwechseln zwischen 20-50% habe ich gestern einen Wasserwechsel mit 80% gemacht. Das Stroh und die Schwarztorfsode habe ich schon vor ein paar Tagen entfernt. Heute Abend werde ich mal Erlenzapfen ins Becken legen und vielleicht auch ein neues Stück einer Schwarztorfsode (dieses mal entferne ich aber wieder das Stroh). Hoffentlich bekomme ich die Kurve bevor alle Garnelen aus dem Becken tot sind.

      Schöne Grüße
      Mirco
    • Hallo zusammen,

      @Nordlicht : Erst mal danke, dass du dich so eingehend mit dem Problem auseinander setzt und dir so viel Mühe gibst, so einem Chemielaien wie mir zu helfen.

      Gelernt habe ich, dass ein Sprudelstein nicht alles an CO2 austreibt. Das in meinem AQ mangels KH das Kalk-Kohlensäuregleichgewicht nicht mehr das PH bestimmende Puffersystem ist. Das andere Puffersysteme jetzt stärker wirken und den PH bestimmen. Das Phosphat puffert wusste ich auch nicht. Würde ich bei meinem AQ aber ausschließen wollen. Den Phosphatgehalt messe ich seit das Becken läuft regelmäßig mit JBL Tröpchentest. Hatte auch gelesen, dass ADA Amazonia Phosphat abgeben kann und das deswegen im Auge behalten. Der Wert lag bislang immer unter 0,02mg/L. Das kann es also eher nicht sein wenn ich alles richtig verstanden habe.

      Bleiben die Huminstoffe als dominierendes Puffersystem, richtig ? Da mein PH ja inzwischen bei 7,0 liegt würde das dann bedeuten, dass einfach zuwenig Huminstoffe (-säuren) im Wasser sind. Verbrauchen die sich eigentlich mit der Zeit so dass man ständig nachlegen muss ?

      Ich hoffe, ich hab das jetzt einigermaßen richtig verstanden ?(

      Eine neue Frage hätte ich aber noch. Habe gestern Abend lange mit einem sehr netten und sehr erfahrenen Aquarianer (40Jahre) telefoniert. Er hat den Thread auch verfolgt und mir geraten mit Salzsäure zu arbeiten. Er säuert sein Osmosewasser mit Salzsäure an, härtet es auf und erreicht so einen PH Wert unter 5,8 bei etwa 250µS/cm. Das könnte - vorsichtiges Umgehen damit vorausgesetzt - ja auch ein Lösungsansatz sein. Was haltet ihr davon ?

      @Mirco : Ich wünsch dir viel Glück und hoffe, du bekommst das Becken wieder in den Griff.

      Viele Grüße
      Oliver