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Angepinnt PH Senkung [Diskussionsergebnis]

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    • PH Senkung [Diskussionsergebnis]

      littlebuddah schrieb:

      kleiner Leitfaden zur PH-Wert-Senkung


      zuerst: was sagt uns der PH-Wert und was ist er (Achtung schwerer Stoff)?

      Der Begriff pH leitet sich von pondus Hydrogenii oder potentia Hydrogenii (lat. pondus = Gewicht; lat. potentia = Kraft; lat. hydrogenium = Wasserstoff) ab und wurde von einem dänischen Chemiker (Søren Sørensen) definiert.
      Das P steht für den (Lösungs-)Druck der Wasserstoffionen; das H ist das chemische Zeichen für Wasserstoff.
      Der pH-Wert ist eine dimensionslose Zahl, die den pH charakterisiert. Er ist der negative dekadische Logarithmus (= „Zehnerlogarithmus“) der Wasserstoffionen-Aktivität.

      Ein kleines Beispiel:
      Bei ph 7 ist die H+ Ionen-Konzentration 1/10 dessen der Konzentration bei PH 6, oder anders gesagt, je höher der Ph desto niedriger die Konzentration der positiv geladenen Wasserstoff-Ionen.

      Werden Säuren in Wasser gelöst, geben diese durch die Dissoziation (selbsttätig ablaufender Vorgang der Zerlegung einer chemischen Verbindung in zwei oder mehrere Moleküle, Atome oder Ionen) Wasserstoffionen an das Wasser ab, der pH-Wert sinkt.

      Werden Basen gelöst, geben diese Hydroxidionen ab, welche Wasserstoffionen aus der Dissoziation des Wassers binden. Sie können auch selbst Wasserstoffionen binden, wie dies für Ammoniak ? Ammonium gilt. Somit erhöhen Basen den pH-Wert.

      Kurz gesagt: der pH-Wert ist ein Maß der Menge an Säuren und Basen in einer Lösung.

      • pH < 7 entspricht einer Lösung mit saurer Wirkung
      • pH = 7 entspricht absolut reinem Wasser oder einer neutralen Lösung
      • pH > 7 entspricht einer alkalischen Lösung (basische Wirkung)



      der PH-Wert und sein Verbündeter (KH) an sich:

      • der PH-Wert wird vom KH-Wert beeinflusst. Dies ist die sog. Pufferwirkung

      • der PH-Wert kann nur gesenkt werden, wenn der Puffer (KH-Wert) gesenkt, bzw. geknackt wird

      • ein Säuresturz ist dabei nur seltenst möglich, da immer ein wenig KH über bleibt, welche mit "unseren" Methoden nicht nachgewiesen werden kann (habe da noch das SBV - Säurebindungsvermögen im Kopf)

      Möglichkeiten der Senkung
      • die Senkung erfolgt durch Senkung des KH und Einbringung von Säure (Huminsäure in Form von Erlenzäpfchen, Eichen- Smbb- oder Walnussblättern, Torf)

      • die Senkung des KH-Wertes kann durch Osmoseverschnitt, VE-Verschnitt, (kurzfristig?) Torfkanonenwasser-Verschnitt oder dest. Wasser erfolgen

      die Möglichkeiten einzeln betrachtet
      • der PH-Wert von dest. Wasser ist um die 7, also Neutral. Somit wird die PH-Senkung nur durch das Zusammenspiel des dest. Wasser (KH 0) und dem vorhandenen KH-Wert des Ausgangswassers beeinflusst.Durch die Reaktion mit dem vorhandenen CO² der Umgebungsluft wird in diesem Fall die senkende Säure eingebracht - somit wird sich der PH-Wert unter 7 einpendeln.
      • der PH-Wert des Osmosewassers bleibt gleich dem des Ausgangswassers. Lediglich werden die Werte GH und KH annähernd (nicht nachweisbar) auf 0 gebracht. Nachteil beim Einsatz einer Osmoseanlage ist das Abwasser, welches in der Regel weg geschüttet wird. Dieses steht in einem Verhältnis zu dem gewonnenen Osmosewasser mindestens 1:1 (Osmose:Abwasser), eher höher, da diese Anlagen teuer sind. Das heißt: bei Gewinnung von 1 Liter Osmosewasser entsteht auch 1 Liter Abwasser. Die gängigeren (und erschwinglicheren) UOA haben in der Regel ein Verhältnis von 1:2 oder 1:4 (Osmosewasser:Abwasser)
      • der PH-Wert des gewonnenen Wassers eines VE (Vollentsalzer) hängt von dem vorhandenen CO² und den verwendeten Harzen ab. In der Regel werden 2 Harze verwendet, eines, welches Anionen und eines, welches Kationen austauscht. Bei diesem "Austausch" werden dem durchfließendem Wasser alle Salze entzogen. Da immer ein wenig KH über bleibt (SBV) kommt in der Regel kein absolut neutrales (PH 7) Wasser dabei heraus. Jedoch bewegt es sich durch das in der Umgebungsluft gelöste CO² in den leicht sauren Bereich. Bei der Verwendung eines VE entsteht so gut wie kein Abwasser.
      • der PH-Wert des Torfkanonenwassers hängt vom vorhandenen Torf und der Durchfluss/Wirkzeit zusammen und kann nicht generell genannt werden. Ebenso werden der GH- und KH-Wert durch den Einsatz gesenkt.Bei der Anwendung wird dem Torf CO² ausgetrieben, welches sich in hoher Konzentration im erhaltenem Wasser befindet.Dieses muß durch Oberflächenbewegung oder Sprudel-/Lufthebereinsatz erst ausgetrieben werden, um die tatsächlich erhaltenen Werte des gewonnenen Wassers ermitteln zu können.Durch die vorhandene Huminsäure herrscht eine geringe Keimdichte.
      • Erlenzäpfchen sowie o.g. Blattsorten müssen großzügig zugegeben werden um eine (messbare) PH-Senkung hervor zu rufen.Der pH senkende Effekt ist allgemein gering und meist nur bei sehr weichem Wasser zu sehen. Zudem werden Huminsäuren als organische Säuren auch von Bakterien "gefressen" und in UV-Lampen zerlegt. Jedoch ist eine Zugabe zwecks Senkung der Keimdichte sinnvoll.

      • dann gibt es da noch die aktiven Bodengründe (Soil, Akadama...) welche mittels Ionenaustausch reagieren und dadurch eine Senkung hervor rufen
      • eine weitere Möglichkeit ist die Senkung durch Zugabe von Eichenextrakt. Die meisten Eichenextrakte enthalten ein wenig Eichenrindenextrackt und viel HCL (Salzsäure) und schweflige Säure. Und der pH senkende Effekt ist dauerhaft. Es ist nicht etwa (wie evtl. vom Namen her zu interpretieren) eine organische Säure, die mit der Zeit abgebaut wird.

      Schwarztorfsoden und Torfgranulat:
      • Beide senken je nach Menge, Aquariumgröße und KH-Wert in einem laufenden Aquarium den PH-Wert.
      • Das Torfgranulat kann in einem feinen Strumpf ins Becken oder in den Filter gelegt werden. Dosierbeispiel hierbei: 54L-Becken, LW 300 µs, KH kaum nachweisbar -> die Einbringung von ca. 100g Torfgranulat kann innerhalb weniger Tage den PH von 7,0 auf 6,0 senken. Eine weitere Dosierempfehlung lautet: 1l Schwarztorfgranulat für 900 -1000l Wasser, abhängig vom vorherrschenden und gewünschten pH-Wert des Wassers.
      • Eine Torfsode ist ein ausgestochenes, rechteckiges Stück gepresster Torf, welcher erst nach der Trocknung in Form geschnitten wird. Die Abgabe von Huminsäuren erfolgt langsam und gleichmäßig, da das Wasser die Sode nicht sofort durchweicht und nur langsam zum Kern vordringt. Eingebracht wird sie als Dekomaterial (Bepflanzung möglich, Höhlen können ausgestochen werden). Wirkung soll je nach Größe bis zu 2-3 Jahre anhalten. In wie fern das richtig ist und ob diese Wirkung auch den hier betrachteten PH-Wert einbezieht kann ich nicht sagen. In Betracht der PH-Wert-Absenkung kann es bei zu hoher Einbringung wohl auch zur zu tiefen, nicht so gewollten Absenkung kommen, welche mit Entnahme einiger Soden und verbundenen WW wieder behoben werden kann. Ständige Kontrolle nicht vergessen, damit der Wert nicht zu schnell und zu weit sinkt (Angaben ohne jegliche Gewähr !)
      • Senkung durch Einsatz von Säure (VORSICHT, nichts für Anfänger und Schnellschießer !!!): es ist möglich, den PH-Wert mittels Einbringung diverser Säuren zu senken. Gängig ist hier die Salzsäure (HCL). Die Einbringung der Säure sollte generell ausserhalb des Beckens erfolgen. Bei der Dosierung ist zu beachten, dass bei der chemischen Reaktion, welche sich im Wasser vollzieht, sämtliche HCL aufgebraucht wird, da ansonsten das Ziel verfehlt und der PH-Wert zu tief sinken kann.Eine sehr gute und genaue Erklärung ist hier zu finden.

      gelöstes CO² in der Umgebungsluft näher betrachtet
      • Reines Wasser nimmt Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf, je nach Temperatur etwa 0,3 bis 1 mg/l. So bildet sich Kohlensäure, die zu Hydrogencarbonat reagiert.


      noch eine Bemerkung zum Torfeinsatz (etwas Chemie...)
      • Torf enthält verschiedene N- (z.b. Proteine) und Kohlenstoffverbindungen , vor allem Cellulose.Wird diese Zellulose zu einem späteren Zeitpunkt von Bakterien zersetzt, entsteht CO². Bei der Zersetzung der N-Verbindungen entstehen Harnstoff, Ammonium/Ammoniak, Nitrat und Nitrit. Ebenso wird hierbei CO² freigesetzt, da die Aminosäuren, aus welchen die Proteine bestehen, selbst aus Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H), Stickstoff (N), und Sauerstoff (O) bestehen, wobei durch Oxidation Wasser (H²O) und Kohlenstoffdioxid (CO²) entstehen. Der noch vorhandene Stickstoff wandert in den Stickstoffkreislauf.

      (Quellen: Wikipedia, deters-ing.de, diverse Foren, ihr)



      Weiterführende Links


      Definition und Aufbau des PH-Wertes

      Vertiefung der Materie PH-Wert



      Prinzipiell ist Geduld die beste Zutat zum Senken des pH.
      Beim Messen des PH-Wertes mit einem PH-Meter immer mal wieder via Tröpfchentest gegen messen.