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Angepinnt Genetik - Monohybrider Erbgang [Teil 1]

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    • Genetik - Monohybrider Erbgang [Teil 1]

      Genetik Grundwissen

      Das heutige Wissen über die Gentik verdanken wir Gregor Mendel (1822-1884),der Entdecker der Vererbung.In diesem Bericht werde ich versuchen,euch eine Art fundamentales Grundwissen zu vermitteln, damit man evtl. das ein oder andere Mal bei der eigenen Zucht seiner Garnelen darauf zurückgreifen kann.

      Meine Veranschaulichung der Erbgänge bei Garnelen dienen nur als Beispiele um euch die übliche Genetik mit Blümchen und Käfern zu ersparen.
      Ich beziehe mich auf keine bereits herausgezüchtete Garnelenart, sondern benutze mögliche Farbschläge der Natur.

      Monohybrider Erbgang [Vererbung eines Merkmales]
      Wir gehen von zwei reinrassigen [homozygot],farblich unterschiedlichen Garnelen aus.In meinem Beispiel sind es eine rote und eine weiße Garnele.
      Kreuzt man nun die männliche rote mit einer weiblichen weißen Garnele bildet sie sich somit die Elterngeneration,auch Parentalgeneration [P] genannt.
      Die Nachkommen dieser Parentalgeneration nennen sich 1.Tochtergeneration (1.Filialgeneration,[F1]).

      Alle Tiere,die dieser F1 Generation angehören sind rot gefärbt.

      Auch die umgekehrte Kreuzung (reziproke) mit einer weiblichen roten Garnele und einer männlichen weißen Garnele ergeben des gleiche Resultat,denn die F1 Genaration ist auch hier rot gefärbt.
      Daraus lässt sich schließen,dass alle Nachkommen in der F1 Generation stets gleich sind (uniform).
      Hier leitet sich nämlich auch die erste Mendelsche Regel ab!

      Uniformitätsregel:
      Kreuzt man reinerbige Individuen einer Art,die sich in einem Merkmal unterscheiden,so sind die Nachkommen in der F1 Generation untereinander gleich.
      Da dies auch für die reziproke Kreuzung gilt,spricht man bei der 1 Mendelschen Regel auch von der Reziprozitätsregel.
      Kreuzt man nun die roten Garnelen der F1 Generation untereinander,so erhält man nun in der nächsten Generation [F2] auch weiße Garnelen.Das Zahlenverhältnis setzt man bei ca. 3:1 an.

      Beispielsweise haben wir in der F2 Generation 100 Abkömmlinge der F1 Generation,so wären 70 Junggarnelen rot und 30 weiß gefärbt.

      Hier redet man nun von der 2.Mendelschen Regel,auch Spaltungsregel genannt,die folgendes besagt: Kreuzt man Mischlinge der F1 Generation untereinander,
      so treten in der F2 Generation Merkmale der Elterngeneration [P] in einem bestimmten Zahlenverhältnis wieder auf.

      Darstellung und Fachbegriffe von Erbgängen:

      -das sichtbare Erscheinungsbild eines Lebewesens nennt sich Phänotyp
      -die Gesamtheit seiner Erbanlagen nennt sich Genotyp
      -einzelne Erbanlage eines Merkmals wird Gen genannt
      -die Funktionsform eines Gens (Ausprägung eines Merkmals) heisst Allel
      - ein Merkmal = zwei dafür zuständige Allele

      Beispiel:Besitzt unsere rote Garnele der Parentalgeneration 2 gleiche Allele für ihr Merkmal "rotes Farbpigment",so ist sie hinsichtlich ihrer Färbung reinerbig (homozygot).Besitzt eine Garnele zwei verschiedene Allele für ein Merkmal,so ist diese Garnele mischerbig (heterozygot).

      Anwendung auf unser spezielles Garnelenbeispiel:
      Alle Tiere unserer F1 Generation sind definitiv heterozygot.Das dominante Allel überdeckt das rezessive im Erscheinungsbild (Phänotyp),vorrausgesetzt die Elterntiere haben wie bei uns unterschiedliche Allele.In unserem Fall wirkt sich also die rote Pigmentierung in einem Verhältnis 3:1 als dominant zu weiß aus! (siehe Grafik)

      PS: Es folgen weitere Grundwissen Genetik Teile!

      [IMG:../Fotos/genetik1.jpg]
    • Für mich ist es was neues. Ich hab mich bisher überhaupt nicht damit beschäftigt. Klingt alles sehr interessant, auch wenn ich es mir noch ein Paar mal durchlesen muß.
      Ich bin auch auf die Fortsetzung gespannt.
      Aber warum ist die F1 in dem Beispiel immer Rot?? Egal ob rotes oder weißes Männchen. Den Allelen nach könnten sie doch auch weiß sein,oder?
    • Hallo Markus,

      Also ersteinmal stand im letzten Teil,dass die farbe Rot der Farbe Weiß als dominant gegenübertritt,aber halt evtl. etwas anders formuliert. :)

      Zu deinem Gekreuze der Bees.

      Mein Genetik Beispiel mit den Garnelen ist rein theoretisch,d.h.,dass es nicht 1:1 in der Realität umgesetzt werden kann,da deine Garnelen nur sehr sehr schwer typisiert werden können.Du müsstest ersteinmal eine Rückkreuzung mit deinen Zuchttieren anstellen,um zu wissen,mit welchem Genpool du bei deiner Kreuzung startest.

      Stellt sich bei solch einer Rückkreuzung eine 100%ige Homozygotie deiner Elterntiere heraus,so sollte meine "theoretische" Beschreibung der Vererbung bei deinen Kreuzungen zu einem Großteil auch so eintreffen.Jedoch sind bei Garnelen sehr viele,mir genetisch noch unklare Faktoren zu beachten,da diese Farbmutationen ja durch Hochzucht evtl. homozygot gemacht wurden und dadurch sich der Ur-Genpool dieser Tiere verschlechtert hat und somit das Verhältnis bei der Vererbung ein Anderes wird/wäre!

      Hier gilt es zu testen und zu experimentieren,deswegen gebe ich euch diese Tipps und Beschreibungen,damit vielleicht der Eine oder Andere mal ein bisschen Genforschung betreiben kann :)
    • Salut Leutz,
      also ich fand den Beitrag, spannend, informativ und nach Reaktivierung meines jahrzehntelang verstaubten Bio-Wissens auch nachvollziehbar. Sehr hilfreich, obwohl natürlkich unterstrichen werden muss, das es um Theorie, Wie Marian schon anmerkte, werden die weitaus meisten von uns null Chance haben, den Genpool unserer Tierchen eindeutig zu bestimmten, somit bleiben uns eher Zufallszuchten übrig.
      lg
      Nico
    • Hi,

      ich beziehe mich auf den Eingangspost, genau so läuft Vererbung ab, gut das es mal einer so beschreibt.

      Nachdem ich mich seit mehr als 30 Jahren mit Vererbung beschäftige (hab sogar die Augenfarbe meines Sohnes ausgerechnet und hatte recht):D bin ich einer der solche Anleitungen nicht mehr braucht. Dominant, rezessiv, geschlechtsgebunden ( gibts bei Garnelen nicht) sind mir schon lange in Fleisch und Blut über gegangen, halt nur mir. Und ich sehe immer wieder verständnislose Gesichter.

      Danke für den thread.
      Wer Bee's halten will, muß sich auf Bee's einlassen.

      Hans
    • Hallo Hans

      Ich finde es auch gut dass dieser Thread mal wieder ausgebuddelt wurde. Was meinst du mit der Aussage dass du in "verständnislose Gesichter" schaust?
      Letztens habe ich auch versucht auf einer Geburtstagsfeier einem Freund zu erklären wie sogenannte "Brownies" entstehen. Absolut Bahnhof ;) . Was ich damit meine ist, wenn man das richtige im richtigen Kreis anspricht, braucht man auch nicht in die Gesichter schauen.


      Die Augenfarbe eines Kindes zu bestimmen ist ja eigentlich nichts Dolles. Dafür sind ja theoretisch nur 3 Gene und deren Kombination wichtig.

      Wenn beide Eltern braune Augen haben, hat das Kind mit 45 Prozent braune Augen, 19 Prozent Grüne Augen und 7 Prozent blaue Augen.
      Wenn beide Eltern blaue Augen haben, hat das Kind mit 99 Prozent blaue Augen und mit 1 Prozent Grüne Augen.
      Hat ein Elternteil braune Augen und ein Elternteil blaue Augen, hat das Kind mit 50 Prozent blaue Augen und mit 50 Prozent braune Augen.
      Hat ein Elternteil blaue Augen und ein Elternteil Grüne Augen, hat das Kind mit 50 Prozent blaue Augen und mit 50 Prozent Grüne Augen.
      Wenn beide Eltern Grüne Augen haben, hat das Kind mit 75 Prozent blaue Augen und mit 25 Prozent Grüne Augen.
      Hat ein Elternteil braune Augen und ein Elternteil Grüne Augen, hat das Kind mit 50 Prozent braune Augen, mit 38 Prozent Grüne Augen und mit 12 Prozent blaue Augen.

      So das sind mal schnell die wesentlichen Merkmale. Man erkennt, dass da nicht viel dazu gehört. Wir reden bei Garnelen aber nicht nur von Farben sondern auch von Mustern und anderen Merkmalen.
      Es gibt hier sogar anscheinend Unterschiede bei der Vererbung innerhalb der Arten. So scheint bei Caridina das Weibchen maßgeblich für die Färbung und das Muster zu sein bei Neocaridina das Männchen.


      Wie siehst du das?
      Besuch uns doch mal auf einem der Berliner Stammtische, da wird oft über solche Themen gesprochen.
      mfg Jens


      Nur wer seine Mitte kennt, weiß in welche Richtung er gehen muss.

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