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Haltung von Zwerggarnelen

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  • Ihr möchtet Euch ein Garnelenaquarium anschaffen?


    Kein Problem, wir werden hier Schritt für Schritt aufführen, welche Möglichkeiten ihr habt, euer Vorhaben zu realisieren!

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    1. Die Qual der Wahl, ein passendes Garnelenaquarium muss her!


    Es gibt neben den 0815 Becken 54L, 80L, 95L oder 128L auch diverse Aquaristik-Firmen, die speziell für die Nanoaquaristik kleine Becken Komplett-Sets (Nano Cubes) anbieten.
    Hierzu zählt die Nano Reihe von Dennerle (10L/20L/30L/60L), von AquaEl (10L/20L/30L), von Eheim AquaStyle (15L/25L/35L) und von Tetra (10L/20L/30L/60L).
    Diese Sets bieten jedem eine große Auswahl an Design und Technik, sowie unterschiedliche Beckenmaße. Dennerle, AquaEl und Eheim sind sogenannte Würfel Becken (Cubes),
    die mit wenig Stellfläche unterschiedliches Nanovolumen bieten. Die Serie von Tetra hingegen bietet die altbekannte rechteckige Beckenform, wie wir sie auch von den großen Aquarien kennen.

    Alle Cubes haben eine Aufsteckleuchttechnik mit Abdeckscheibe, die rechteckigen Becken von Tetra haben eine komplett abschließende und sehr gut konzepierte Plastikabdeckung mit Aufklappfunktion.
    Hier sind neben der Leuchttechnik auch noch 2 Klappen integriert, die es einem ermöglichen, ohne die Abdeckung aufklappen zu müssen, im Becken zu keschern oder zu füttern.

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    Unserer Erfahrung nach zu urteilen, eigenen sich für unsere Zwecke die Tetra Becken am besten, da diese Becken neben dem schon schicken Design auch noch sehr funktional verarbeitet sind und wir unseren Krabblern lieber etwas mehr Bodengrundfläche anbieten möchten.Wir haben alle Sets der unterschiedlichen Anbieter schon zu stehen gehabt und ausprobiert und können über keines der aufgeführten Becken etwas wirklich schlechtes berichten. Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass die Firma Aqua El ihren Sitz im Ausland hat und nicht in jedem Aquaristik-Fachgeschäft erhältlich ist.

    2. Das GarnelenBecken steht,wie gehts weiter?


    Ist die Wahl des Beckens getroffen worden, kommen wir nun zur Einrichtung! Es gibt die unterschiedlichsten Auffassungen zur Einrichtung von Garnelenbecken, denn die einen sagen, mein Becken muss möglichst dicht mit Pflanzen besetzt sein, andere widerrum meinen,dass dicht bepflanzte Becken schlecht für die Übersicht seien und bevorzugen lieber kahle, mit wenig Moos bestückte Becken und andere praktizieren eher das Prinzip saubere Zuchtbecken ohne jeglicher Einrichtung,
    um das Becken möglichst sauber halten zu können.
    Wir für unseren Teil erkennen uns in jedem dieser Meinungsbilder wieder, da wir alle Prinzipien selber durchlebt haben und können als Resumee des Ganzen sagen, dass jede einzelne Ansicht zur Einrichtung eines Garnelen Aquariums seine Vor- und Nachteile hat und immer mit dem Sinn & Zweck in Betracht gezogen werden sollte, denn wer möchte im Wohnzimmer neben der Couch ein kahles, langweiliges und nur der Zucht zur Liebe, sauberes Becken stehen haben und anders herum welcher Züchter will in seinen Becken andauernd die Einrichtung hin und her rücken müssen, um zu kontrollieren wie sich der Beckenbestand entwickelt hat?
    Hier sollte jder für sich selbst entscheiden können, welchen Sinn und Zweck das eigene Becken erfüllen soll.

    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/beebecken.jpg]

    Filterung, welche Filter stehen zur Auswahl?


    Wir möchten Euch hier einmal die gängisten Filtermethoden kurz vorstellen:


    Außenfilter:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/Eheim%20Auenfilter.jpg]

    Die Außenfilterung erfolgt durch einen Filtertopf, auerhalb des Aquarium stehend, welcher mit einem Ansaug- und Ausstoßschlauch verbunden ist. Das angesaugte Wasser wird somit aus dem Becken im freien Fall in den Filtertopf geleitet, wo es dann durch unterschiedliche, individuell nach Bedarf eingerichtete Filtermedien läuft und anschließend wieder ins Becken geleitet wird. Große Becken ab 54L betreiben wir mit Außenfiltern und haben damit sehr gute Erfahrungen machen können.

    Innenfilter:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/innenfilter%20aqua%20ball%20eheim.jpg]

    Der Innenfilter im Garnelenbecken ist eine umstrittene Filtermethode, da die meisten handelsüblichen Innenfilter nicht garnelensicher sind. Hier besteht das Problem, dass die Wasseransaugschlitze der meisten Innenfilter zu groß sind und demzufolge Garnelen unglücklicherweise mit eingesaugt werden können. Die Aquaristik Industrie ist auf diese Problematik aufmerksam geworden und hat einige Modelle nun garnelensicher gemacht, da die Ansaugstellen verfeinert wurden, doch nicht jeder angäblich garnelensichere Innenfilter ist es letztendlich auch, also aufgepasst beim Kauf von Innenfiltern für eure Garnelenaquarien!

    Bodenfilter:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/ausstrmerrohr%20bodenfilter.jpg]

    Der Bodenfilter ist ein alt eingesessenes Filtersystem der Aquaristik, oft noch in der Verbindung mit einem Bodenfluter und einer Bodenheizung. Diese Kombination findet man bei Garnelenaquarien jedoch nicht, jedenfalls haben wir noch keinen Halter kennengelernt, der diese Kombination praktiziert. Die einzelne Nutzung des Bodenfilters hingegen ist eine sehr häufig anzutreffende Filtermethode bei der Haltung von Garnelen (überwiegend bei Weichwassergarnelen aufgrund des Active Soils).
    Das Prinzip der Bodenfilterung funktioniert folgendermaßen, es werden Bodenfilterplatte auf der gesammten Aquarienbodenglasscheibe platziert, im Lieferumfang eines Bodenfilters ist mindestens ein Ausströumungsrohr mit Ausströmerstein enthalten, dieses Rohr platziert man nun, je nach Wunsch, irgendwo sinnvoll auf den Platten (hierfür gibt es an jeder einzelnen Bodenplatte zwei kleine Schienen zum Befestiegen des Rohres). Nachdem die Platten und das Rohr fest installiert sind, wird ein grobkörniger Bodengrund auf die Platten gegeben, hierbei unbedingt darauf achten, dass die Körnung nicht zu klein ist, um zu verhindern, dass die Körnchen zwischen die Schlitze der Bodenplatten fallen. Wenn der Bodengrund eingetragen und das Wasser eingelassen wurde, wird der Ausströmerstein im Ausströmerrohr mit einem Silikonmembranschlauch und anschließend mit einer Membranpumpe verbunden!
    Die Ausströmersteine müssen regelmäßig ausgetauscht werden, damit die Funktionalität des Bodenfilters weiterhin gewährleistet wird.

    Schwammfilter:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/JAD%20Schwammfilter.jpg]

    Es gibt für die Haltung diverse Schwammfilter zu kaufen, wir stellen hier einen, welchen wir für sehr gut empfinden, von der Firma JAD vor.
    Das Filter-Prinzip solcher Schwammfilter ist recht simpel zu erklären. Im Schwamm ist in den meisten Fällen ein Rohr mit Ansaugschlitzen oder Löchern installiert. Dieses Röhrchen ist komplett von einem Filterschwamm umgeben, nun wird per Membranschlauch & Pumpe in dieses Röhrchen Sauerstoff gepumpt, dieser steigt innerhalb des Röhrchens auf und erzeugt im Rohr einen Unterdruck, welcher nun das Wasser aus der Umgebung ins Rohrinnere zieht. hierbei wird das Wasser von außerhalb durch den Filterschwamm gezogen und im Rohr angekommen wieder nach oben aus der Rohröffnung katapultiert. Somit wird der Filterschwamm permanent mit Wasser durchflutet und es können sich unterschiedliche Bakterienkulturen ansiedeln und bilden. Die Filterschwämme werden von unseren Garnelen gerne und oft aufgesucht und "abgeweidet", gerade für Junggarnelen eine sehr wichtige Nahrungsquelle und somit für jedes Garnelenaquarium empfehlenswert!

    Hamburger Mattenfilter (HMF):


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/hmf1.jpg][IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/hmf2.jpg]

    Der Hamburger Mattenfilter funktioniert ähnlich wie der Schwammfilter, nur das hier die HMF-Matte (beim Schwammfilter der Schwamm) anders angebracht ist. Die meisten HMF werden in den Ecken von Aquarien installiert, wir haben extra für Euch einen solchen Filter mit Plexiglasverklebung angefertigt, um euch das Funktionsprinzip besser und anschaulicher zeigen zu können. Die Funktion ist bei den Bildern selbsterklärend.

    Bodengrund für Zwerggarnelen:


    Bevor Ihr eure Garnelen kauft, sollte das Thema Bodengrund unbedingt im Vorraus gut durchdacht worden sein, denn auch hier können bestimmte Abhängigkeiten, bzw. sinnvolle Entscheidungen getroffen und somit bösen Überraschungen vorgebeugt werden!

    Wieso ist die richtige Wahl des Bodengrundes so wichtig vor dem Garnelenkauf?


    Die Wahl des Bodengrundes ist ein leidiges Thema, denn den perfekten und besten Bodengrund gibt es leider nicht, jedoch haben manche Spezialbodengründe für Garnelen enorme Vorteile, die man unter Umständen auch nutzen sollte.

    Welche Umstände sind hier gemeint?


    Es gibt Spezialböden, die dem Garnelenhalter die Arbeit bei der Wasseraufbereitung erleichetern und aus ungeeignetem harten Wasser innerhalb von 48 Std. Weichwasser "zaubern"! Diese Bodengründe haben jedoch den Nachteil, dass sie nach 1,5-2,5 Jahren erschöpft sein können und ihre "Zauberwirkung" verlieren. Wer aber nicht so viel Erfahrungen in Sachen Wasserchemie hat und sich die Investition in teure Aufbereitungsanlagen nicht leisten kann, sind diese Böden unbedingt zu empfehlen, wenn Weichwassergarnelen gepflegt werden sollen (welche Arten hier gemeint sind wird im fortlaufenden Text noch beschrieben).
    Nicht aktive Bodengründe, wie harzummantelter Quarzsand oder Naturkies setzen die jeweilige, der Garnelenart entsprechende, Wasserparameteranpassung vorraus. Harzummantelter Quarzsand sollte komplett wasserwertneutral sein und somit euer Wasser nicht beeinflussen, Naturböden hingegen können entsprechend wie in der Natur (Flusskies oder einfacher Sand) eure Wasserwerte leicht bis stark verändern. Diese Naturböden sind deswegen in den meisten Fällen nicht wasserwertneutral und sollten nur von Aquarianern mit Wasserchemieerfahrung genutzt werden, da man die Garnelen sonst unter Umständen starken Wasserwertschwankungen aussetzen würde.

    Spezialbodengründe für Garnelen?

    Active Soil (Aktiver Bodengrund) - Hier ist die Rede von nährstoffummantelten Tongranulatböden, hergestellt aus dunklen Erden, versetzt mit organischen Substanzen. Diese Böden können unter Umständen besonders schnell in den ersten Tagen nach Einrichtung des Aquariums eine hohe Konzentration an Ammonium freisetzen, welches im späteren Verlauf der Einlaufphase des Aquariums zu hohen Nitratwerten führen kann. Nach der Einlaufphase solltet ihr immer ein Auge auf den Nitratwert eures Aquariums haben, ein zu hoher Nitratwert kann bei den Garnelen Probleme bei der Häutung, Verkrüppelungen und ein langsames Wachstum zur Folge haben.

    Nun aber zu der Funktionsweise dieser "Zauberböden":


    Diese Böden haben die Eigenschaft, dem Wasser die Karbonathärte (KH) zu entziehen und die Gesamthärte demzufolge zu senken. Die KH hat die Pufferung des PH Wertes als Aufgabe, ist diese komplett vom Boden entzogen worden, fährt der PH ungepuffert "Fahrstuhl in Richtung Keller". Im übertragenden Sinne sagt der Säuregrad des Tongranulats nun dem PH an, wo der Fahrstuhl zu stoppen hat.

    In den meisten Fällen pendelt der PH, von Active Soil zu Active Soil variierend, sich zwischen 5.5 und 6.5 ein und wird dann relativ stabil auf einem konstanten Level gehalten.
    Wenn der pH-Wert ersteinmal eingestellt ist, die KH auf 0 und die GH auf 5-7 gedrückt ist, haben wir nun ein Weichwassergarnelen freundliches Millieu hergestellt, in dem man dann auch gute Chancen auf Nachwuchs bei diesen Garnelen hat. Diese Werte sind jedoch abhängig vom Ausgangswasser, denn zu harte Wasserwerte im Leitungswasser weisen auch den besten und sauersten Soils ihre Grenzen auf. Hier sind dann unter Umständen nur Wasserwerte von PH 6.0-6,8, KH von 2-5 und eine GH von 8-12 zu erwarten.

    Hinweise zu Active Soils:


    1. Man sollte, um Häutungsprobleme bei den Garnelen zu vermeiden, regelmäßig Mineralien in Form von Aufhärtesalzen hinzugeben.
    2. Um den Effekt des aktiven Bodengrundes verstärken zu können, kombiniert man gerne den Bodengrund mit einem Bodengrundfilter.
    Wenn nun auch die Entscheidung des zu verwendenen Bodengrundes getroffen wurde kann man sich zur eigentlichen Einrichtung, abhängig davon,welche Tiere einziehen sollen, Gedanken machen.Wir unterscheiden hier der Übersichtlichkeit halber einfach mal zwischen drei verschiedenen Garnelen-Gruppen, welche jeweils unterschiedliche Haltungsbedingungen erforden.
    Zum einen sind das die "Weichwasser-Garnelen", die "Hartwasser-Garnelen" und die Garnelenarten aus Sulawesi. Es gäbe hier natürlich noch weitere spezifische Unterschiede, die betrachtet werden sollten,aber das würde hier an dieser Stelle den Rahmen sprengen!

    Weichwasser-Garnelen:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/weichwasser%20garnelen.jpg]

    Hierzu gehören z.B. die Bienengarnelen,die Taiwan Garnelen die Tigergarnelen (Ausnahmen möglich), die Tigerbienen (Hybriden) und einige andere Caridina & Paracaridina Arten.Es gibt in der Zucht von Zwerggarnelen kein ,von der Natur festgelegtes, Optimum, sodass man hier nicht mit hoher Zielgenauigkeit differenzieren kann, welche Art jetzt was braucht und was nicht. Grob eingrenzend kann man aber zu der Zusammensetzung des Wassers diese aufgeführten Arten zu den Weichwassergarnelen zählen.

    Hartwasser-Garnelen:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/neocaridina.jpg]

    Hierzu gehören z.B. so ziemlich alle Neocaridina Arten, wie die Red Fire, die Sakuras, die Yellow Fire, die Orange Fire, die Blue pearl, die White pearl und so weiter. Diese Garnelenarten zählen zu den etwas pflegeleichtereren Kandidaten und stellen keine komplizierten Ansprüche an das Wasser & den Halter, sicherlich gibt es hier auch wieder die Möglichkeit der individuellen Zuchtoptimierung, welche dann anderes besagt, aber im Großen und Ganzen lässt sich das meiner Meinung nach zu der Hartwassergarnelengruppe so zusammenfassen.

    Sulawesi-Garnelen:


    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/sulawesi.jpg]

    Diese Arten setzen ,unserer Meinung nach, einen gewissen Grad an "Shrimp-Breeding-Know-How" vorraus, da es hier in der Wasserchemie sehr speziell werden kann.
    Wer sich für diese Arten interessiert,sollte sich unbedingt im Vorraus sehr gut darüber informieren um den Tieren auch das bieten zu können,was sie benötigen. Dies als Grundlage vorrausgesetzt,
    lassen sich die wunderschönen Garnelen aus dem Sulawesi See auch sehr gut pflegen und bieten jedem Beobachter eine sehr elegante und filigrane Vorstellung im heimischen Becken!
    Nachdem ihr nun eine grobe Übersicht zu den Arten und deren Haltungsbedingungen habt, können wir die Einrichtung nun endlich etwas spezieller und genauer angehen,denn diese unterscheidet sich bei den 3 Gruppierungen leicht.

    Fangen wir auch hier wieder mit den Weichwasser-Garnelen an, denn hier haben wir es mit schwach mineralisiertem Wasser zu tun, was auch so bleiben sollte,denn das ist die Vorraussetzung für weiches Wasser. Wenig Mineralien, d.h. eine geringe Gesamt- und Karbonathärte und ein niedriger PH ist das Milieu, in dem sich diese Garnelen Gruppe am wohlsten fühlen!

    Wie stelle ich weiches Wasser für meine Garnelen her?


    Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, die unserer Meinung nach beste aber auch finanziell intensivste Methode ist die manuelle Wasseraufbereitung, d.h. ein Vollentsalzer oder eine Osmose Anlage muss her. Diese beiden Aufbereitungsmethoden entziehen dem Wasser nicht nur die Mineralien (GH/KH), sondern auch mögliche Schadstoffe (Kupfer, Chlor, Pestizide etc.), die Euch bei der Haltung & Pflege eurer Garnelen beeinflussen würden.

    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/osmose%20anlage.jpg]

    Wieso entziehe ich mit aufwendiger Technik die Mineralien,wenn diese doch so wichtig sind?
    Dieser Gedankengang ist vollkommen richtig, Vorteil dieser Wasseraufbereitung ist jedoch, dass ich dem entmineralisiertem Wasser (LW 0-45) nun ganz gezielt die wichtigsten Mineralien und Inhaltsstoffe hinzufügen kann, die von meinen Krabblern benötigt werden. Hierbei helfen uns diverse Aufhärteprodukte unterschiedlichster Firmen, diese nennen sich Aufhärtungssalze.
    Bei der Bestimmung des Wasserhärtegrades hört man neben den gewöhnlichen Tests (Streifen & Tröpfchen) oft den Begriff Leitwert (LW), dieser wird elektronisch mit einem Leitwertmessgerät gemessen und zeigt digital den Gesamtwert aller im Wasser gelösten Mineralien an. Eine grobe Einstufung wäre hierfür LW 50-450 für Weichwasser, LW 450-800 für Hartwasser, alles was darüber hinaus geht tendiert dann in Richtung Brack- und danach in Richtung Salzwasser.
    Für die Weichwassergarnelen ist hier also der LW Bereich 50-450 interessant.

    Wieso das Ganze im Bezug auf die Einrichtung?


    Ganz einfach, der Mineralienhaushalt wird auch durch die Einrichtung leicht bis stark beeinflusst, denn wenn unser weiches, leicht saures und wenig mineralisiertes Wasser nun z.B. durch einen Kalksandstein als Einrichtungselement verändert wird (Kalk löst sich besonders gut in einem sauren Millieu), verändern wir die Wasserhärte und aus unserem top aufbereitetem Weichwasser wird plötzlich wieder hartes Wasser und das bekommt unseren Weichwassergarnelen gar nicht! Also aufgepasst, was ihr für euer individuelles Wassermillieu an Einrichtung kauft! In einem Weichwasserbecken haben also kalkhaltige Gegenstände nichts zu suchen, ebenfalls bei Weichwasser zu beachten wäre, dass nicht jede Pflanze mit einem niedrigen PH und vor allem schwach mineralisiertem Wasser klar kommt, also auch bei dem Kauf von Pflanzen solltet ihr euch im Vorraus über deren Haltungsbedingungen informieren. Nicht ohne Grund sieht man in den meisten Garnelen Becken überwiegend Moose, denn diese gedeihen bei diesen Wasserwerten einfach unkompliziert am besten.
    Wer nicht die finanzielle Möglichkeit hat, sich eine Osmose-Anlage oder einen Vollentsalzer zu holen, dem soll hier natürlich auch weitergeholfen werden, denn es gibt noch andere Methoden das harte Leitungswasser weicher zu bekommen. Oft hört man in diesem Zusammenhang das Verschneiden von Leitungswasser mit destilliertem Wasser, eine häufig angewendete Methode der Wasseraufbereitung.

    Destilliertes Wasser ist quasi das Endprodukt unserer Wasseraufbereitung durch eine Osmose- oder Vollentsalzeranlage, denn es entseht entmineralisiertes Wasser mit einem LW von 5-45, welches wir nun mit dem Leitungswasser im richtigen Verhältnis verschneiden können. An dieser Stelle ein kleines ganz einfaches Rechenbeispiel um sicherzustellen, dass auch jeder diese Methode verstanden hat:
    Unser Leitungswasser aus dem Wasserhahn hat bei der Messung mit unserem LW Messgerät einen LW von 1000 ergeben, wir wollen nun aber den Weichwasserbereich von LW 50-450 erreichen, also müssen wir, vorrausgesetzt unser Becken hat jetzt z.B. 20 Liter, von diesen 20 Litern 10 Liter Leitungswasser und 10 Liter destiliertes Wasser mischen.Somit kommt 50% entmineralisiertes und 50% mineralisiertes Wasser in ein Becken,die Mineralien verteilen sich nun auf die neue Wassergesamtmenge 20 L, hierbei wird also durch das 1/1 verschneiden unser LW von 1000 auf LW 500 gesenkt. Nun könnte man den neuen Ausgangswert LW 500 wieder halbieren, indem ich wieder 50%, also 10L (10L ist die Hälfte von 20L) aus dem Becken nehme und diese 50% dann wieder mit entmineralisiertem Wasser auffülle. Danach haben wir dann einen LW von 250, die Hälfte vom vorherhigen Wert 500 und schon haben wir mit wenig Aufwand und ohne einer Osmose Anlage oder einem Vollentsalzer weiches Wasser hergestellt. Destilliertes Wasser gibt es in fast jedem Baumarkt zu kaufen (1,49-2,79 € für 5 Liter), achtet sinnvollerweise dabei darauf,dass auf dem Etikett auch der Hinweis "Für die Aquaristik geeignet" draufsteht.

    Was kann ich neben Steinen und Pflanzen meinen Garnelen noch Gutes tun?


    Wir sind Fans von Hölzern, speziell Morkienwurzeln, diese bieten den Garnelen eine natürliche und zudem noch sehr sinnvolle Nahrungsquelle. Man kann bei diesen Wurzeln im Laufe der Zeit richtige Fressspuren der Garnelen erkennen, denn eure Krabbler stehen auf das mineralisierte Holz (Huminstoffe) und sollte deswegen in keinem Becken fehlen.Als wenn das noch nicht genug wäre, geben die Wurzeln auch noch eine natürliche Säure, die Huminsäure, an das Wasser ab und unterstützen unser saures Millieu noch zusätzlich auf natürliche Art und Weise.

    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/morkienwurzel.jpg]

    An dieser Stelle ein kleiner Insider Tipp von Uns:


    Je niedriger der PH in unseren Becken war, desto vermehrungsfreudiger waren auch unsere Stämme,probiert es mal aus ;-)

    Schwimmpflanzen unterschiedlichster Art können in einem Garnelenaquarium auch eine wichtige Rolle spielen,
    denn diese entziehen dem Wasser neben Nitrat auch andere Nähr- und Düngestoffe. Hierbei wird unter anderem auch dem Algenwachstum vorgebeugt, da die Schwimmpflanzendecke das Licht leicht eindämmt.

    [IMG:http://www.joma-shrimp.de/images/schwimmpflanzen.jpg]


    Kommen wir nun zu den Hartwasser-Garnelen:


    Die Neocaridina werden intern auch gerne mal als "Wasserschlampen" bezeichnet, da man bei den unterschiedlichsten Wasserwertkombinationen gleich guten Erfolg zu verzeichnen hatte.

    Wie kann das sein? Was heisst das?


    Den Neocaridina Arten sagt man hinterher, dass sie neben einem hohen Grad an Robustheit auch noch Fehlern seitens des Halters sehr tollerant sind, d.h.,
    dass man als Einsteiger in der Garnelenhaltung sich hier eher mal kleine Fehler erlauben kann, als bei den anderen beiden Gruppen.
    Das macht die Neocaridina auch so interessant, denn neben diesen positiven Aspekten bei der Haltung bieten die Neocaridina auch noch eine wirklich breit gefächerte farbliche Auswahl an, sodass eigentlich für Jedermann hier ein Farbschlag dabei sein sollte.
    Bei der Einrichtung eines Neocaridina Beckens müssen kaum Kompromisse eingegangen werden, natürlich sollten weiterhin Gegenstände,die Schadstoffe enthalten könnten (Plastikwelten und einige Holzarten) nicht im Becken landen, aber ansonsten darf man hier ungebremst einrichten. Auch bei der Wahl der Steine muss keinen großen Wert auf Kalk gelegt werden, aber auch hier gilt,weniger ist manchmal mehr.
    Die Neocaridina bieten somit jedem Einsteiger eine tolle Möglichkeit, sich mit der Haltung von Zwergarnelen vertraut zu machen, nutzt diese Erfahungssammlung unbedingt aus, bevor ihr mit den etwas kompliziertereren Arten loslegt!

    Garnelen aus Sulawesi


    Die Zwerggarnelen aus Sulawesi (Kardinal,Harlekin, Red Orchid etc.) setzen wie weiter oben im Text schon beschrieben Erfahrungen vorraus und sollten von Anfängern nicht unbedingt als Einsteigergarnele gehalten werden. Unsere Erfahrungen mit diesen Tieren waren und sind durchwachsen, momentan pflegen wir einen Stamm Kardinäle, der nun gut zu funktionieren scheint, der Nachwuchs kommt gut hoch und die Weibchen sind immer wieder sofort tragend.
    Hier spielt die Mineralisierung eine große Rolle, wenn nicht sogar die Größte, neben PH,GH und KH war letztendlich der über die Zeit optimierte Mineralienhaushalt ausschlaggebend für den derzeitigen Erfolg.
    Mehr zu diesem Thema wird es in Zukunft im Extrabereich Sulawesi zu lesen geben, da werde ich Euch dann den Kardinalsstamm vorstellen.

    Wir hoffen, Euch mit diesem kleinen Bericht zur Haltung von Zwerggarnelen ein wenig Informationen vermittelt haben zu können!

    mfg Jens


    Nur wer seine Mitte kennt, weiß in welche Richtung er gehen muss.

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